Vergessenes Gedenken - der Giftgasangriff auf Halabja (Nordirak) 1988 Eine Reihe zur Erinnerungskultur/-politik in der Einwanderungsgesellschaft (02.11.2016)

Vergessenes Gedenken - der Giftgasangriff auf Halabja (Nordirak) 1988

Eine Reihe zur Erinnerungskultur/-politik in der Einwanderungsgesellschaft

Termin und Uhrzeit:19.10.2016,  18 - 21 Uhr

Ort: Bildungswerk Berlin der Heinrich- Böll- Stiftung, Sebastianstr. 21, 10179 Berlin

Erinnerungskultur- und Politik sind elementare Bestandteile unserer Gesellschaft. Verschiedene Gesellschaftliche Akteure besitzen dabei unterschiedliche strategische Interessen, Geschichte auf eine bestimmte Art und Weise zu vermitteln. Um eine kritische Erinnerungskultur zu ermöglichen und historische Ereignisse, Umstände und Konsequenzen mit Mechanismen der Gegenwart verknüpfen zu können, ist ein Verständnis der eben genannten strategischen Interessen verschiedener gesellschaftlicher Akteure unerlässlich.

Auch die interkulturelle Öffnung und Einwanderungspolitik hängt mit der Erinnerungsarbeit, Erinnerungskultur und Erinnerungspolitik zusammen. Damit in unserer Migrationsgesellschaft eine progressive Erinnerungspolitik etabliert werden kann, gilt es, in verschiedene Richtungen zu arbeiten. Einerseits müssen neue und vor allem gemeinsame Narrative entwickelt werden, um eine gemeinsame Erinnerung zu schaffen.  Gleichzeitig muss beachtet werden, dass Menschen mit ihrer Biografie, sei es zum Beispiel mit ihrer Flucht, Erinnerungen mitbringen. Sie besitzen das Bedürfnis genau diese Erinnerungen zu teilen und zu verarbeiten. Diesen Menschen mit ihren individuellen Biographien und Erinnerungsbedürfnissen einen Raum zu schaffen und sie in die Erinnerungskultur- und Arbeit zu inkludieren ist unerlässlich.

Da sich eine Migrationsgesellschaft wie ein Mosaik aus vielen unterschiedlichen Biographien und Erinnerungen zusammensetzt, muss Erinnerungspolitik immer wandlungsfähig und anpassungsfähig sein. Die verschiedenen Erinnerungskulturen sollten im Grunde nicht nebeneinander existieren, sondern miteinander. Deshalb müssen auch Grenzen gesetzt werden, wo auch immer essentielle Werte und Vereinbarungen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens verletzt werden – die Würde des Menschen bleibt unantastbar und ist nicht verhandelbar.

Genau mit der eben dargestellten Thematik soll sich die Veranstaltungsreihe „Erinnerungkultur/-politik in der Einwanderungsgesellschaft“ beschäftigen. Durch eine Einführung in die Thematik und Referate zur Erinnerungskultur in der formalen und non-formalen Bildung wird ein Einblick in das Thema ermöglicht. Da Erinnerungskultur- und Politik sehr komplexe und abstrakte Sachverhalte darstellen, wird es zu dem einen Bezug zu einer mitgebrachten Erinnerung geben – der Giftgasangriff des irakischen Saddam-Regimes im Jahre 1988 auf die kurdische Stadt Halabja.

Hat sich die Erinnerungskultur der Kurden und Kurdinnen zu Halabja in den letzten 20 Jahren verändert? Wenn eine Veränderung stattgefunden hat, in wie fern und was sind die Gründe hierfür? Schließlich wollen wir uns die Frage stellen, welche Rolle Deutschland bei diesem Angriff spielte und welche Erwartungen die Kurden und Kurdinnen an den deutschen Staat stellen.

Anschließend soll eine Podiumsdiskussion zur Erinnerungskultur/-politik in der Einwanderungsgesellschaft stattfinden. Auch für Rückfragen aus dem Publikum wird gegen Ende der Veranstaltung ausreichend Zeit sein.

Herzlich eingeladen sind alle Interessierten, die sich mit der Thematik der Erinnerungskultur/-politik auseinandersetzen möchten.

ReferentInnen:  Martin Düspohl – FHXB-Museum

Dr. Karin Mlodoch – Haukari e.V.

Modertation:  Marianne Zepp – Heinrich-Böll-Stiftung



 

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