
Nachdem aufgrund des
Arbeitskräftemangels in der
Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1961 mit der Türkei ein
Vertrag zur
Anwerbung von Arbeitskräften geschlossen und
anschließend auch in der
kurdischen Stadt Mardin ein Anwerbebüro eröffnet
wurde, ist Deutschland seit
nunmehr fast 51 Jahren das Ziel vieler Menschen aus Kurdistan.
Inzwischen leben rund 900.000 bis
1.000.000 Kurd/Innen in
Deutschland, davon rund 90.000 in der Bundeshauptstadt Berlin, die als
Arbeitsemigranten kamen oder als Flüchtlinge vor den Regimes
in der Türkei, in
Syrien, im Iran und Irak ihre Heimat verlassen mussten. Damit stellen
sie eine
der größten Migrantengruppen in der Bundesrepublik
Deutschland dar. Aus den
unterschiedlichsten Gründen sehen viele Kurd/Innen ihre
Zukunft inzwischen in
Deutschland; eine Rückkehr wird – vor allem von den
hier geborenen Menschen der
2. und 3. Generation – nicht mehr in Betracht gezogen.

Parallel zur Entwicklung in der
Türkei, wo in den siebziger
Jahren die kurdische Bewegung erstarkte, definierten sich auch in
Deutschland
viele Migranten nicht mehr als Türken, sondern betonten ihre
kurdische
Identität. Um ihrer Arbeit eine langfristige Perspektive zu
geben, gründeten im
Jahr 1974, also vor nunmehr 38 Jahren, kurdische Arbeiter und
Studenten in
Berlin den ersten kurdischen Migrantenverein, den Kurdistan Kultur- und
Hilfsverein e.V., der seitdem eine beliebte Anlaufstelle für
kurdische
Migranten und Flüchtlinge, inzwischen aber auch für
Migrantenkinder der 2. und 3.
Generation, ist.
Seine erste Aufgabe sieht der Verein
nicht nur in der Pflege
und Entwicklung der kurdischen Identität der Kurd/Innen
sondern auch die
Förderung der Integration und Partizipation der Kurden und der
anderen
Migrantengruppen in Berlin.



